| Die Utopie eines neuen Facebook |
| Dienstag, 11. Mai 2010 | |
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Der gigantische Facebook Boom scheint einfach keine Grenzen zu haben. Eine schlechte Meldung über die Datenschutzbestimmungen stürzt über die Andere, die Userschaft scheint das nur sehr wenig zu kümmern, das Wachstum des Social Network Riesen geht unaufhörlich weiter. Doch schön langsam kommt immer mehr Gegenwehr zu dem immer schlimmer werdenden Datenaustausch zu Drittanbietern, die die Userdaten natürlich zu eigenen Zwecken missbrauchen. Und jetzt hat sich auch WIRED gegen die größte Community der Welt ausgesprochen, es wird die Forderung nach einer Alternative laut, die sich am Beispiel von Wikipedia orientieren sollte. Ob das so funktionieren kann? Zeit für eine offene Alternative! So lautet der Kampfschrei des Magazins WIRED, eine Plattform ähnlich dem Modell von Wikipedia soll entstehen. Das soll jetzt nicht heißen, dass Facebook zur Enzyklopädie werden soll. Es soll ein neues Portal geschaffen werden, dass frei von jeglichem kommerziellen Hintergrund betrieben wird. Der User soll vor allem die Macht in der Hand haben, Datenverkauf oder Missbrauchsfälle sollen komplett ausgeschlossen werden können. Grundsätzlich ja ein sehr schöner Gedanke, wurde http://www.s-t-x.com ja auch ursprünglich als ein solches Netzwerk gegründet, und hatte damit gar nicht so schlechten Erfolg, für ein reines Anfänger Projekt. Doch irgendwann holt einen die Realität ein: Wie finanziert man ein solches Projekt dann? Und genau da scheiden sich die Geister und Meinungen. Monetarisierung eines unkommerziellen Projekts Unkommerziell und Monetarisierung hört sich anfangs sehr widersprüchlich an, bedenkt man es aber genauer, lassen sich beide Umstände, frei von großen Firmen zu bleiben aber trotzdem den finanziellen Aufwand zu decken, gut miteinander vereinbaren. 2 Arten fallen mir da ganz spontan ein: Zum einen ein Spendenprogramm, dass ähnlich wie bei Wikipedia die Plattform am Leben erhält. Und ein Supporter-System, dass dem User mit einem kleinen Beitrag weitere Privilegien verspricht. Ich persönlich empfinde ein Spendenprogramm bei einer Community irgendwie „unpassend“, würde ich selbst auch nicht für ein Social Network zahlen wollen, ohne Vorteile daraus zu ziehen. Es würde sich einfach nicht rentieren. Daher fände ich das Supporter-System nicht schlecht, überhaupt wenn man es mit einem Punktesystem kreuzen würde, dass wiederum Privilegien verspricht. Also in die Richtung, dass jeder User Punkte für gewisse Aktionen bekommen kann, und diese Punkte dann zum Beispiel mehr Fotoupload garantieren. Zum einen spart diese Handlungsweise die Ressourcen des Webservers und auch gibt dem User gleichzeitig einen Ansporn, Punkte zu sammeln und bei der Community aktiv zu bleiben. Unmögliche Möglichkeit Grundsätzlich bin ich der Idee, ein freies Netzwerk der Personen zu gestalten, sehr solidarisch gegenüber. Gerade in einer Zeit, wo der Datenschutz von Seiten Facebook und Konsorten mit den Füßen getreten wird, sollte der Gedanke des unkommerziellen Daseins hochgehalten werden. Doch leider spielt Geld immer eine wichtige Rolle, ein so großes Projekt ist nicht gerade mit den günstigsten Webhosting Anbietern zu bewältigen. Außerdem finde ich es unwahrscheinlich, dass die Leute überhaupt auf so ein Portal umsteigen wollen, immerhin ist so gut wie jeder auf Facebook registriert, die Gruppendynamik hält die Userschaft auf diesem Portal gefangen. Und seien wir mal ehrlich: Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass die 500 Millionen User von Facebook von einem auf den anderen Tag sagen: „Ah, registrieren wir uns doch wo anders!“ Ich denke, das wäre ein unmögliches Unterfangen… Wie siehst du die Zukunft des Social Networkings? Hat ein Modell des „freien Networkens“ eine Chance am Markt, bzw. kann es durch die unkommerzielle Haltung überhaupt überleben? |